Vorwort zum

Chlamydien-Kompass


Die Webseite „Chlamydien-Kompass“ entwickelte ich 2007 unter einem ganzheitlichen Aspekt. Es folgte die Ausbildung zur Heilpraktikerin und die Eröffnung meiner Praxis vor ein paar Jahren.*

Bei der Überarbeitung meiner Praxis-Webseite habe ich nun „Chlamydien-Kompass“ hier mit eingebunden.

* Siehe auch: Mein Weg

Chlamydien sind Bakterien

Bakterien sind nicht zwangsläufig schädlich


Im Boden, in der Luft und im Wasser befindet sich eine unermessliche Zahl an Bakterien. Einige dieser Bakterien gehen mit Menschen, Tieren und Pflanzen symbiotische und lebensnotwendige Verbindungen ein. Hierzu gehören zum Beispiel die Darmbakterien bei Menschen und Wiederkäuern und Knöllchenbakterien bei Hülsenfrüchten.

Daneben gibt es allerdings eine weit höhere Anzahl an Bakterien, die keine positive sondern eine parasitäre Rolle innehaben. Jedes Lebewesen hat Bakterien unterschiedlichster Art, die im Zusammenleben untereinander ausgetauscht werden. Dieses ist sogar für das Immunsystem ausgesprochen wichtig, damit es seine Funktionen regelmäßig erneuern kann.

Durch unglückliche Verwicklungen können diese Bakterien das Immunsystem stark angreifen, schädigen und sich im Körper vermehren. Die verschiedenen Bakterienarten machen einen Nachweis schwer, da sie jeweils einer eigenen Untersuchungsmethoden unterliegen und die Kosten hierfür von den Kassen in diesem Umfang, wie sie manchmal notwendig wären, nicht geleistet werden können.

Chlamydien-Arten

Übersicht nach Everett et al. 1999 – M. Rolle und A. Mayr

Spezies Wirte
Chlamydia trachomatis Mensch verschiedene Serotypen vorhanden
Chlamydophila pneumoniae Mensch verschiedene Serotypen vorhanden
Chlamydophila psittaci Vögel, Mensch verschiedene Serotypen vorhanden
Chlamydophila pecorum Wiederkäuer u. a. Säugertiere
Chlamydophila abortus Wiederkäuer, Mensch (bis 2004 weltweit 17 dokumentierte Fälle*)
Chlamydia suis Schwein
Chlamydophila felis Katze, Mensch** gering pathogene Krankheitserreger mit
eng begrenztem Wirtsspektrum
Chlamydophila caviae Mehrschweinchen
Chlamydia muridarum Maus, Hamster

* „Zoonotische Chlamydien” von Silvia Hecher; Österreichische Ärztezeitung Nr. 18 /25.9.2004
** Die Übertragung von Tier zu Mensch bzw. Mensch zu Tier ist umstritten.

Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebenmittelsicherheit
Ausszug aus: Az. 6790-05-01-103, -104 und -105; November 2011; Allgemeine Stellungnahme der ZKBS zur Risikobewertung von Chlamydia muridarum, Chlamydia caviae und Chlamydia felis als Spender- oder Empfängerorganismen für gentechnische Arbeiten gemäß § 5 Absatz 1 GenTSV:

„Bei den beschriebenen Arten C. muridarum, C. felis und C. caviae handelt es sich um gering pathogene Krankheitserreger mit eng begrenztem Wirtsspektrum. Es kommt nur in Einzelfällen zu Erkrankungen bei Menschen oder Tieren, die nicht zu den Hauptwirtsorganismen gehören.

Chlamydien-Übertragung durch Haustiere

Chlamydia felis und Chlamydophila psittaci


C. felis (Katzen, Mensch) ist neben der Cp. psittaci (verschiedene Vogelarten, Mensch) eine bekannte Chlamydien-Infektion bei Haustieren. Durch Abstriche von Augen und Maul mit Wattestäbchen kann ein Chlamydien-Schnelltest bei den Tieren durch den Tierarzt vorgenommen werden. Bei bereits gegen Chlamydien geimpften Katzen und Hunden bedarf es eines aufwendigen und kostspieligen Tests, um Gewissheit zu erlangen. Wenn Katzen Augenentzündungen haben, sollte geklärt werden, ob es ein Katzenschnupfen ist oder ob es sich um eine Chlamydien-Infektion handelt.

Die Tiere müssen im Falle einer Chlamydien-Infektion mit einem tierspezifischen Antibiotikum behandelt werden. Mit einem gewissen Aufwand und unter medizinischer Beobachtung ist diese Infektion beim Tier heilbar.

Bei der Haltung von mehreren Vierbeinern in einem Haushalt müssen zur Vermeidung eines Pingpong-Effekts sollten alle behandelt werden. – Ist das Tier gesund, freut sich der Mensch.

Chlamydien allgemein

Wie vermehren sich Chlamydien?


Chlamydien sind parasitäre Bakterien, die in Wirtszellen von Menschen und Tieren leben. Sie brauchen die energieliefernden Enzyme, die für den Stoffwechsel ihrer Wirtszelle zuständig sind. Chlamydien haben eine DNA und eine RNS sowie eigene Nukleinsäuren, Proteine und Lipide. Da sie sich nicht selbstständig fortbewegen und in Zellorganellen (kleinen Zellorganen – Vakuolen) des Cytoplasmas (Zellflüssigkeit) leben, hat man sie ursprünglich den Viren zugeordnet.

Verschiedene Formen zeichnen ihren Entwicklungszyklus aus. Außerhalb der Wirtszelle existieren sie als Elementarkörperchen und innerhalb der Wirtszelle als Initialkörperchen.

Elementarkörperchen
Das Elementarkörperchen (die infektiöse Form der Chlamydie) heftet sich an die Wirtszelle und wird durch Einstülpung der Membran als Vakuole in die Zelle aufgenommen. Einige Stunden später bilden sich aus den Elementarkörperchen Initialkörperchen (Retikularkörperchen). Das ist die nicht infektiöse und intrazelluläre Verweilform der Chlamydien.

Elementarkörperchen ohne Wirtzelle lösen im umliegenden Gewebe Entzündungen und Immunreaktionen aus.

Initialkörperchen
Die Initialkörperchen beginnen sich nun durch Teilung rege zu vermehren, wodurch sich die chlamydienhaltige Vakuole ausdehnt und zur Auflösung der Wirtszelle führt. Die zwischenzeitlich zu Elementarkörperchen umgewandelten Chlamydien werden nun freigesetzt und können weitere Zellen infizieren.

Initialkörperchen in „kryptischer“ Form
Die Chlamydia pneumoniae kann durch die Konfrontation mit Antibiotikum in eine „kryptische“ Form übergehen. Das Initialkörperchen verbringt dann in der Wirtzelle eine Art Winterschlaf ohne sich zu vermehren. So verweilt es, für Antibiotika unerreichbar, bis zu einem für sich günstigen Zeitpunkt, um dann wieder aktiv zu werden. Der Infektionszyklus beginnt von neuem.

Symptome von Chlamydien-Infektionen allgemein

Da die Chlamydien-Infektionen meistens symptomarm bis symptomlos verlaufen, werden sie häufig gar nicht erkannt und wenn doch, dann werden sie oft nur inadäquat behandelt. Chronische Krankheitsverläufe mit schwerwiegenden Spätfolgen entwickeln sich vor allem durch chronische Entzündungen im Körper.

Allgemein mögliche Symptome von Chlamydien als auch von Pilzen: Entzündungen der Atem- und Harnwege, kurzer Atem, Allergien in verschiedenen Formen, Entzündungen von Harnröhre und Prostata, Stimmungstiefs, Vergesslichkeit, Müdigkeit, Schlappheit und Unkonzentriertheit, Muskel- und Gelenkschmerzen, Herzbeschwerden, Stoffwechselstörungen, flirren vor den Augen, Schwindelgefühl.

Diese Symptome treten oft einzeln und nicht alle auf einmal auf, so dass sie selten im Zusammenhang betrachtet werden. Parallel entsteht oft eine Ruhelosigkeit und Angst. (Die Angst und deren Auswirkungen wird unter „Erfahrungen“ genauer beschrieben.)

Bei einer lang anhaltenden Infektion wird das Immunsystem allerdings dermaßen gestört, dass die Häufigkeit der auftretenden Infektionskrankheiten stetig steigt.

Die unbemerkt verlaufenden Krankheiten können schwere chronische Schäden anrichten, wobei der spürbare körperliche Abbau zu Depressionen führen kann.

Sowohl durch Chlamydia trachomatis als auch Chlamydophila pneumoniae kann sich in 1-3% der Fälle (geschlechtsunabhängig) eine Chlamydien-induzierte Arthritis (CIA) entwickeln. Eine CIA gehört nach neuesten Erkenntnissen zu den reaktiven Arthritiden.

Wie werden Chlamydien allgemein therapiert?

Zur Behandlung von Chlamydien werden Antibiotika wie Tetrazykline, Chinolone und Makrolide eingesetzt. Trotz antibiotischer Therapie gibt es häufig Rückfälle, so dass unter Umständen mehrere antibiotische Kuren notwendig sind.

Allgemein können antibiotischen Behandlungen naturheilpraktisch begleitet werden.